BUND Naturschutz kritisiert weitere Intensivierung der touristischen Nutzung am Bachtelweiher
Die BUND Naturschutz Kreisgruppe Kempten-Oberallgäu hat im Rahmen der Beteiligung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan „Sondergebiet Freizeitanlage am Bachtelweiher“ erneut Stellung genommen. Zwar würdigt der Verband Verbesserungen gegenüber früheren Planungen, sieht die Entwicklung insgesamt jedoch weiterhin kritisch.
Positiv bewertet werden insbesondere die stärkere Einbeziehung bestehender Gebäudestrukturen sowie die Reduzierung der ursprünglich vorgesehenen Wohnmobilstellplätze. Dennoch bleibt aus Sicht des BUND Naturschutz die grundlegende Problematik bestehen: Die geplante Kombination aus Eventlocation, Beherbergung, Wohnmobilstellplätzen, Gastronomie und zusätzlichen Parkflächen führt zu einer deutlichen Intensivierung der touristischen Nutzung in einem ökologisch sensiblen Naherholungsgebiet.
„Der Bachtelweiher gehört zu den wichtigsten Naherholungsräumen Kemptens. Seine Bedeutung für Artenvielfalt, Stadtklima und naturnahe ruhige Erholung muss absoluten Vorrang vor einer intensiven touristischen Nutzung haben“, betont Sabine Zulauf, stellvertretende Vorsitzende der Kreisgruppe.
Kritisch sieht der Verband insbesondere die hohe Flächenversiegelung, die umfangreichen Stellplatzflächen, die zusätzlichen Verkehrsbelastungen sowie die nach seiner Auffassung unzureichende Berücksichtigung der Klima- und Naturschutzfunktionen des Gebietes. Auch die Eingriffs- und Ausgleichsbilanzierung spiegle den tatsächlichen ökologischen Wert der betroffenen Flächen nicht ausreichend wider.
„Der Charakter des Bachtelweihers als Natur- und Erholungsraum darf nicht schrittweise verloren gehen“, erklärt Christina Mader, Kreisgeschäftsstellenleiterin der Kreisgruppe. Mit der Zunahme des Verkehrs geraten die beiden letzten Amphibienvorkommen der Stadt Kempten weiter unter Druck. „Wir sammeln dort seit 15 Jahren, eine Zunahme des Verkehrs gefährdet die Tiere, aber es nimmt auch die Gefährdung unserer freiwilligen HelferInnen, die im Dunkeln bei Regen die Tiere an den Zäunen absammeln, zu.“
Der BUND Naturschutz fordert daher eine weitere Reduzierung des gesamten Vorhabens, insbesondere der Wohnmobilstellplätze, den rechtssicheren Ausschluss späterer Erweiterungen auf angrenzenden Freiflächen, eine Überarbeitung der Parkplatzplanung sowie verbindliche Regelungen zu Verkehr, Lärm, Beleuchtung und Veranstaltungszeiten. Zudem müsse der besonderen Bedeutung des Bachtelweihers für das Stadtklima und den Biotopverbund stärker Rechnung getragen werden.
Der Verband betont zugleich seine Bereitschaft zum konstruktiven Dialog über eine naturverträgliche Weiterentwicklung des Gebietes.
Hier finden Sie die ausführliche Stellungnahme.
