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Das Felmer Moos

Moorschutz Zwischen Immenstadt und Rettenberg

Seit mehr als 30 Jahren engagiert sich der BUND Naturschutz für Moorschutz in verschiedenen Mooren des Oberallgäus. Pionierarbeit auf eigenen Grundstücken wurde dabei auch im Felmer Moos zwischen Immenstadt-Rauhenzell und Rettenberg-Greggenhofen geleistet, denn im Laufe der Jahrzehnte wurde Fläche für Fläche gekauft und Maßnahme für Maßnahme  durchgeführt.

Für Klima und Artenvielfalt

Mit dem BUND Naturschutz ist der Förderverein zum Schutz von Natur und Umwelt in Sonthofen e. V. beim Flächenkauf und der Moorrenaturierung jedes Jahr aktiv. Durch die kontinuierlichen Arbeiten  sind mit 12,5 ha Moorflächen nicht nur etwa die Hälfte des Moores in den Besitz des Naturschutzverbandes übergegangen sondern auch nach den Erfordernissen des Klima- und Artenschutzes renaturiert worden. Die Entwicklungen der Tier- und Pflanzenwelt wurden dabei kontinuierlich wissenschaftlich dokumentiert. Insbesondere die Tierwelt auf der wieder auflebenden Moorlandschaft ist durch Dauerbeobachtungen von Alfred Karle-Fendt und Herbert Stadelmann intensiv erforscht und in faszinierenden Bildern festgehalten.

Als Beispiel seien über 400 nachgewiesene Schmetterlingsarten genannt. Auch Libellen, Heuschrecken, Vögel, Amphibien, Reptilien und Mollusken waren über Jahre Gegenstand von Untersuchungen. Deren Ergebnisse fanden als wissenschaftliche Publikationen Eingang  in Fachzeitschriften und Vorträge.

Die Geschichte der Moorlandschaft

Von der ehemals 350 ha großen Moorlandschaft zwischen Rauhenzell, Burgberg und Rettenberg sind heute nur noch kleine Reste übrig. Deren größter ist das Felmer Moos. Doch auch dieses Regenmoor wurde durch bäuerlichen Handtorfstich ab 1800, vollständige Entwässerung ab 1910, flächige Streumahd bis 1960, schnelle Verwaldung nach Nutzungsaufgabe oder Intensivlandwirtschaft stark verändert. Der erste Flächenkauf (0,5 ha) konnte 1986 ausgehandelt und Anfang 1987 abgeschlossen werden. Mit vielfältigen Maßnahmen wie Entwaldung, Anstau, Gewässeranlagen wurde nun in rund 20000 Arbeitsstunden Fläche für Fläche behutsam wiedervernässt, gleichzeitig wurden aber auch die durch traditionelle Nutzung entstandenen wertvollen  Lebensräume wie Streuwiesen erhalten.

Das begleitende Monitoring führte zu einem ständigen Abgleich von Naturschutzmaßnahmen und deren Wirkung auf bedrohte Arten. Die dabei gewonnenen Kenntnisse konnten bei weiteren Moorrenaturierungen (z.B. Kematsriedmoos am Oberjoch, Hertinger Moos im Ostallgäu) eingesetzt werden.

Die Vielfalt an Arten ist beeindruckend, die Wiederkehr verloren geglaubter Raritäten erstaunlich. Die Ergebnisse bestärken uns, die Renaturierung der Moore nach differenzierten Zielen - hier zum Schutz des Klimas, dort zum Schutz der Artenvielfalt - weiter zu führen.