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Alpen-Natur in Gefahr – Die Folgen von Beschneiung und Beschneiungsbecken in den Alpen

Viele Millionen wollen Fellhornbahn in einen riesigen Schneiteich und Söllereckbahn in die Beschneiung der oberen Höllwiesen investieren. Die Bergbahnen im Kleinwalsertal planen Investitionen von 200 Mio € in Bergbahninfrastruktur inklusive neuem Beschneiungsteich. Die Ortsgruppe Oberstdorf nimmt diese Planungen in Zeiten des Klimawandels zum Anlass, um auf die Problematik der künstlichen Beschneiung hinzuweisen.

11.03.2025

Angesichts des fortschreitenden Klimawandels und der immer extremeren Wetterbedingungen setzen viele Skigebiete auf den Ausbau künstlicher Beschneiung, um ihre Pisten zu sichern. Doch der vermeintliche Retter des Wintertourismus hat gravierende Auswirkungen auf die alpine Umwelt und Natur. Für die Ortsgruppe Oberstdorf des BUND Naturschutz sind Schneekanonen ökologisch und gesellschaftlich nicht tragbar. Mit großem Wasser- und Stromverbrauch nutzen sie nur einem kleinen Teil der Bevölkerung. Skigebietsbetreibende entnehmen unentgeltlich viele Millionen Liter Wasser für Schneekanonen pro Jahr in Bayern – einen Wassercent wie in vielen anderen Bundesländern gibt es in Bayern immer noch nicht.
 

Eingriff in den Wasserkreislauf und Energieverbrauch
Um Kunstschnee zu erzeugen, wird über Monate hinweg Wasser in Betonbecken gespeichert und steht deshalb dem natürlichen Wasserkreislauf in Zeiten, in denen es die Vegetation dringend bräuchte, nicht zur Verfügung. Außerdem kommen laut des schweizerischen Instituts für Schnee- und Lawinenforschung ISL während des Beschneiens 15% bis 40 % des Wassers aufgrund von
Verdunstung und Wind gar nicht als Maschinenschnee auf den Pisten an. Wasser wird in Zeiten des Klimawandels eine immer knappere Ressource und wir müssen uns fragen ob es vertretbar ist, weiterhin auf solch ein Luxusfreizeitprodukt zu setzen. Dies gilt auch für den Energieverbrauch, der für den Betrieb von Schneekanonen enorm ist und sei er noch so nachhaltig und von den Bergbahnen selbst aus Wasserkraft produziert. Auch hier wird das kostbare Allgemeingut Wasser kostenlos privatwirtschaftlich genutzt und die Wasserkraft schädigt das ökologische Gleichgewicht der Bäche und Flüsse.
 

Kunstschnee als Belastung
Naturschnee dient als natürlicher Frost- und Erosionsschutz. Doch künstlicher Schnee erfüllt diese Funktion nur unzureichend. Er unterscheidet sich in Dichte und Struktur stark von Naturschnee, was zu einer veränderten Wasseraufnahme und -abgabe im Boden führt. Kunstschnee ist schwerer als Naturschnee, kann die darunterliegende Vegetation beschädigen (Sauerstoffmangel,
Schneeschimmelbefall und Fäulnisprozesse) und zu Hangrutschungen führen. Außerdem verkürzt er die ohnehin kurze Vegetationsperiode am Berg, die Pflanzen zu ihrer Reproduktion zur Verfügung steht. Weitere Belastungen: Großbaustelle Berg mit massiven Eingriffen in hochempfindliche Natur und intakte Lebensräume, dauerhafte „Möblierung“, vor allem im Sommer wenig romantisch, Lärm durch Schneekanonen und Beleuchtung in der Nacht als erhebliche Belastung für Mensch und Tier, größere Unfallgefahr, verdichtete Böden, erhöhter Abfluss von Oberflächenwasser…
 

Klimawandel und Wachstumsgrenzen
Betreiber und politische Unterstützer bagatellisieren gerne die Folgen des Klimawandels und die Grenzen des Wachstums, Flächenberechnungen und Energiebilanzen werden geschönt. Mit Begriffen wie „Extremwetter“ wird suggeriert, dass es sich um Ausnahmeerscheinungen handelt. Von Rekord- Betriebstagen zu sprechen täuscht darüber hinweg, dass viele Seilbahnbetreiber ohne die Förderung durch öffentliche Gelder nicht überlebensfähig wären. Hier wird kaufmännische Vernunft durch staatliche Subventionen ersetzt, so dass die finanzielle Beanspruchung und Umweltbelastung auf Kosten der Allgemeinheit gleichzeitig steigt.
 

Forderung an Politik und Gesellschaft

  1. Der Schutz der Alpen als einzigartiger Naturraum muss Priorität haben. Wir fordern: Ein Umdenken in der Tourismusbranche: weg von künstlicher Beschneiung hin zu nachhaltigen Alternativen und angepassten Konzepten.
  2. Ein Ende der staatlichen Subventionen für eine klimaschädliche Wachstumsstrategie.