Das Werdensteiner Moos

Das Werdensteiner Moos zählt mit einer Fläche von ca. 85 ha zu den größten Hochmooren im Landkreis Oberallgäu. Zusammen mit den nördlich angrenzenden Streuwiesen des Oberdorfer Mooses, ist es als FFH-Gebiet ausgewiesen und damit Teil des europäischen Schutzgebietsnetzes NATURA 2000. Vor mehr als 30 Jahren begann die Wiedervernässung des Werdensteiner Mooses.

Umweltbildung und Naherholung im Werdensteiner Moos

Rund um das Moor führt ein Moorpfad mit Informationen zur Moorgeschichte, der Tier- und Pflanzenwelt des Moores und seiner Bedeutung für den Schutz der Biodiversität und des Klimas. Die sensiblen Bereiche im Zentrum des Moores können sich ungestört entwickeln. Kinder, Jugendliche und Erwachsene, naturkundlich Interessierte und Erholungssuchende können über diesen Weg den Lebensraum Moor auf naturverträgliche Weise entdecken.

Geführte Wanderungen rund um das Werdensteiner Moos bieten die BN-Kreisgruppe und das Naturerlebniszentrum Allgäu an.

Biberführung im Werdensteiner Moos im April 2013

Renaturierung

Warum Moorrenaturierung?

  • Moorschutz ist Artenschutz: In Mooren kommen eine ganze Reihe hochgradig gefährdeter  Tier- und Pflanzenarten vor.
  •                                         Arktische Smaragdlibelle (FOTO: Herbert Stadelmann/ Allgäuer Moorallianz)
  • Moorschutz ist Hochwasserschutz: Moore haben eine extrem hohe Wasserspeicherfähigkeit. Wie ein riesiger Schwamm in der Landschaft wirken sie als natürliche Wasserrückhaltegebiete und verzögern den Abfluss.
  • Moorschutz ist Klimaschutz: In naturnahen Mooren ist Kohlenstoff gespeichert. In entwässerten Mooren wird der Torf mit Sauerstoff zu CO2 zersetzt und entweicht als Gas in die Luft.

Renaturierung Werdensteiner Moos

Das Werdensteiner Moos wurde im 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert entwässert, abgetorft und aufgeforstet. Damit sich die natürlichen Grundbedingungen wieder einstellen können, wurden die künstlich angelegten Entwässerungsgräben wieder geschlossen: an den kleineren Gräben in Handarbeit, an den großen Gräben mit Einsatz von Baggern. Die aufgeforsteten Fichten und Kiefern wurden gerodet. Eine ausführliche Pressemeldung mit Informationen zur Nutzung und Renaturierung des Werdensteiner Mooses und seiner Bedeutung für die Artenvielfalt finden Sie hier.

Was hat sich seitdem verändert?

Beinahe 30 Jahre sind seit dem ersten Anstau von Entwässerungsgräben im Werdensteiner Moos vergangen. Seit 2005 wird das Werdensteiner Moos nun weitgehend seiner natürlichen Dynamik überlassen.

 

Die kleinen Entwässerungsgräben sind flächig von Torfmoosen überwuchert. Die Staubauwerke sind teilweise kaum mehr zu sehen (FOTO: Julia Wehnert).

 

Die großen Entwässerungsgräben sind mit Wasser gefüllt (FOTO: Anja Naumann).

Die breiten (ca. 8-10m) und tiefen (3-4m) Gräben sind eine Besonderheit für das Werdensteiner Moos, denn andere Moore sind i.d.R. mit kleineren Gräben entwässert worden. Sie sind ein Eldorado für Frösche und Libellen.Teilweise setzt bereits die Verlandung ein, teilweise bleiben offene Wasserflächen bestehen.

 Die naturnahen Flächen im Moorzentrum wurden gesichert (FOTO: Anja Naumann).

 

Gehölze im Rückstaubereich wurden geschwächt und sterben ab (FOTO: Julia Wehnert).

Auf den vernässten Flächen können sich lichtbedürftige Torfmoose, Wollgräser, Seggen und weitere moortypische Pflanzen ansiedeln.

gestaute Fläche 2002 (FOTO: Martin Muth)

gleiche Fläche 2006 (FOTO: Martin Muth)

Wasserstände unterschiedlichen Niveaus haben sich je nach Mikrorelief eingestellt. Konnten aufgelichtete Fläche nicht ausreichend vernässt werden, setzt hier eine Verbuschung mit Faulbaum, Birke und Fichte ein. Langfristig entwickeln sich diese Bereiche zu einem Birken-Fichten-Mischwald.

Faulbaum-Birken-Sukzession (FOTO: Anja Naumann)

Auf den naturnahen Moorflächen soll der Aufwuchs in Abständen von Jahrzehnten entfernt werden, um den Offenlandcharakter des Moores insgesamt zu erhalten.

Entbuschung naturnaher Hochmoorfläche mit der FFW September 2011 (FOTO: Thomas Frey)

Naturschutzfachlicher Rahmen

Richtlinien bayerischer und europäischer Naturschutzprogramme werden im Werdensteiner Moos in die Tat umgesetzt. Im BayernNetz Natur sowie im europäischen Verbund Natura 2000 gilt das Gebiet als wichtiger Mosaikstein für die Sicherung, den Erhalt und die Vernetzung bedrohter Lebensräume in Bayern und der EU.

Kooperation

Die Renaturierung des Werdensteiner Mooses ist eine Kooperation zwischen den Bayerischen Staatsforsten/ Forstbetrieb Sonthofen, den Naturschutzbehörden, der Stadt Immenstadt und dem Bund Naturschutz in Bayern e.V., Kreisgruppe Kempten-Oberallgäu.

Naturschutztag der Kreisjugendfeuerwehr

Rund 150 Jugendliche engagierten sich anlässlich des Naturschutztages der Feuerwehren am 10. September im Werdensteiner Moos. Die Pressemeldung zum Naturschutztag der Kreisjugendfeuerwehr am 10. September 2011 finden Sie hier.