Rettungsnetz Wildkatze

Wieder heimisch in unseren Wäldern

Die europäische Wildkatze galt in Bayern als gänzlich ausgestorben, bis in den 80er Jahren eine Wiederansiedlungsaktion startete. 600 Katzen wurden im Spessart ausgesetzt. Wahrscheinlich ist, dass zudem Katzen aus Waldgebieten in Thüringen und Hessen nach Bayern zuwanderten. Die Bilanz 2014 ist in jedem Fall ein voller Erfolg: gab es 2002 in Bayern lediglich zwei sichere Nachweise, waren es 2014 bereits 546 Wildkatzennachweise.
Von Nordbayern ist die europäische Wildkatze bereits bis in die westlichen Wälder bei Augsburg vorgedrungen. Spannend ist, ob sie auch schon die Wälder besonders der Allgäuer Voralpen erreicht hat.

Alle Hintergrundinformationen zum Rettungsnetz Wildkatze

Ein scheuer Waldbewohner: die europäische Wildkatze. Sie ist eine Leitart für naturbelassene und vernetzte Wälder, für die der BN sich einsetzt.

So wird gesucht: die Lockstockmethode

Wildkatzen sind extrem scheu, sehr selten zu sehen und auch dann nur schwierig von manchmal ähnlich gefärbten Hauskatzen zu unterscheiden. Um die Katzen aufzuspüren nutzt man ihre Vorliebe für Baldrian. Der Duftstoff lockt Katzen an, die sich gerne an der duftenden Stelle reiben. Deswegen werden raue Holzstäbe an geeigneten Stellen in den Waldboden gesteckt und mit Baldrian-Lösung besprüht. Reiben sich die Katzen daran, so bleiben im günstigsten Fall einige Haare, eingeklemmt im Holz, zurück. Die Haare werden mit Pinzetten abgesammelt und im Labor genetisch untersucht. Durch die Genanalysen kann sicher festgestellt werden, ob die jeweiligen Haare von einer Wildkatze stammen.

Suchgebiete im Allgäu

Auf der Informationsveranstaltung am 13. Februar in Obergünzburg trafen sich überraschend viele Allgäuer Wildkatzenfreunde. Ca. 40 Ehrenamtliche wurden vom BN mit Material für die Suche ausgerüstet. Jeder konnte sich seinen "eigenen Wildkatzenwald", möglichst in Wohnortnähe, selbst aussuchen.

Die Wildkatzensucher im Raum Kempten/Oberallgäu sind gerüstet für ihre Streifzüge durch die Allgäuer Wälder.
Lockstockstandorte an der Iller.

Die Lockstöcke sollen unter anderem im Kürnacher Wald, im Kemptener Wald, an der Iller bei Krugzell und im Süden auf dem Rottachberg, im BN-eigenen Sannaholz an der Starzlachklamm und in ausgewählten Wäldern bei Oberstdorf aufgestellt werden. Die Suche beginnt je nach Schneelage Anfang März oder etwas später. Die Ehrenamtlichen Sucher kontrollieren die Stöcke wöchentlich über zehn bis zwölf Wochen.

Die Wildkatze als Symbol für die Waldvernetzung

20.000 grüne Kilometer für die Wildkatze und damit für viele andere sensible Waldbewohner: das ist das große Ziel des BUND. Dafür hat der BUND den Wildkatzenwegeplan aufgestellt, der die Waldgebiete in Deutschland über Korridore verbinden soll. Das aktuelle Projekt Wildkatzensprungdehnt sich über zehn Bundesländer aus.