Pflanzen mit Seltenheitswert

Gefährdete Pflanzen in Streuwiesen und Flachmooren:

Streuwiesen und Flachwiesen sind besonders gefährdete Lebensräume. Intensivierung der Landwirtschaft, die Entwässerung der Moore, und die Aufgabe der Streunutzung in der Landwirtschaft führten in der Vergangenheit zu einem rapiden Rückgang der Streuwiesen und Flachmoorbereiche. Erst in den letzten Jahren findet ein Umdenken in der Landnutzung statt. Hauptsächlich im Rahmen des Hochwasserschutzes erinnerte man sich, wie bedeutend diese Hochwasserrückhaltebereiche sind.  Im Biolandbau werden Offenställe mit Streuanlage stärker genutzt, so dass die Nutzung der Streuwiesen wieder attraktiver wird. So werden immer mehr Flachmoorbereiche renaturiert. Dies kommt den besonders geschützten Pflanzen der Streuwiesen und Flachmooren zu Gute.

        

 

 Mehlprimel (Primula farinosa, gefährdet)
 Bild: Annette Höggemeier

Mehlprimeln sind hauptsächlich auf Streuwiesen in den Alpen und des Alpenvorlandes vertreten.

   

 

 Trollblume (Trollius europaeus, gefährdet)
 Bild: Michael H. Lemmer

Der Bestand der Trollblume hat sich vorwiegend in die Alpen und ins Alpenvorland zurückgezogen.

Gefährdete Pflanzen auf Magerrasenstandorten:

Der Lebensraum Magerrasen beheimatet eine Reihe früher relativ häufiger Pflanzen. Jedoch nimmt deren Bestand immer stärker ab, da die Magerrasenstandorte im Allgäu immer stärker zurückgehen. Gründe für die starke Abnahme der Magerrasenbereiche sind Intensivierung der Landwirtschaft, Gülledüngung, Aufgabe der landwirtschaftlichen Nutzung von extensiven Bereichen. Als Beispiele für gefährdete Arten dieses Lebensraumes sind die Arnika und das Borstgras zu nennen.

       

 

 Arnika (Arnica montana, gefährdet)
 Bild: Bernd Haynold

Durch den Rückgang der Magerrasen, Heiden und lichten Waldstandorte sind die Bestände außerhalb der Alpen weitgehend verschwunden.

   

 

 Borstgras (Nardus stricta)
 Bild: Otto Wilhelm Thomé ''Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz'' 1885, Gera

Die Magerrasenstandorte des Allgäus bieten dem Borstgras einen geeigneten Lebensraum.

Gefährdete Pflanzen in Bergwiesen und Matten:

 

  Purpur-Enzian (Gentiana purpurea, gefährdet)
  Bild: Otto Wilhelm Thomé: "Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz", Gera (1885)

Als eine Art der Westalpen verfügt dieser in den bayerischen Alpen nur über geringe Verbreitung. Im Allgäu kann man den Purpur-Enzian auf dem Ifen-Gottesacker-Gebiet finden.

       

 

 Rostrote Alpenrose (Rhodrodendron ferrugineum)

Die Rostrote Alpenrose gehört zu den Eiszeitrelikten. Diese Pflanzen bewohnten während der Eiszeiten die Tundra nördlich der Alpengletscher. Mit der Klimaerwärmung wurden diese Pflanzen in die Moorgebiete zurückgedrängt. Standort im Allgäu ist das Moorgebiet um Hellergerst:

 

Gefährdete Pflanzen in Fels und Geröll:

 

 Bayerischer Enzian, blau (Gentiana bavaria, gefährdet)
 Bild:Tobias Gasser

Der bayerische Enzian gehört zu den Enziangewächsen, wächst im Allgäu zwischen 1400-2470 Metern Höhe und ist hauptsächlich in Schneetälern vorhanden.

     

 

 Edelweiß (Leontopodium, stark gefährdet)
 Bild: Fritz Gehard

 Edelweißvorkommen befinden sich auf Steinrasen und Felsbänder.