Besondere Lebensräume vor Ort

So vielfältig wie die Landschaften des Allgäus, sind auch die Lebensräume vor der Haustür. Mit einer Reise von Kempten in Richtung Süden zu den vom Bund Naturschutz betreuten Grundstücken möchten wir Sie einladen, die Lebensräume vieler heimischer Pflanzen und Tiere zu erforschen.

 Der Bachtelweiher

 

Das nördlichste Projekt der Kreisgruppe Kempten-Oberallgäu ist der Bachtelweiher, mit seinen Zuflüssen im Stadtgebiet Kempten. Dank der seit 1998 durchgeführten Renaturierungsmaßnahmen konnten die Auswirkungen der hohen Nährstoffbelastung im Lebensraum Weiher gemildert werden und es entstand ein artenreiches Naherholungsgebiet direkt vor den Toren der Stadt. Spazieren Sie durch Schilfröhrichte, Seggenriede und Nasswiesen und beobachten Sie auf Ihrer Wanderung Libellen und Heuschrecken. Am renaturierten Bachtelweiher können Kinder in Gebüschen sowie auf extensiv genutzten Wiesen die Natur erforschen.

Baden und Schwimmen ist trotz aller Bemühungen im Bachtelweiher nicht möglich, da die Nährstoffbelastung durch die umliegenden, landwirtchaftlich genutzten Flächen immer noch zu hoch ist und daraus starkes Algenwachstum resultiert. Auch wenn das Projekt Badeplatz Bachtelweiher aufgegeben werden musste, entstand dort, vielleicht auch aufgrund fehlender Badegäste, ein Paradies für Tiere und Pflanzen. Der Weiher kann sich natürlich und auch ohne Menschenmassen entwickeln.

Die Anfahrt zum Bachtelweiher ist vom Schuhmacherring / Lenzfrieder Straße, von St.Mang und von der A7 Autobahnausfahrt Betzigau aus beschildert. Parkplätze am Weiher sind vorhanden und die Strecke zur Umrundung des Weihers beträgt ca. 1-1,5 km. Die Wanderung kann nach Belieben, je nach Startpunkt, ausgedehnt werden. Beispielsweise bestehen weitere Parkmöglichkeiten am Engelhaldepark an der Lenzfrieder Straße. Von dort aus führt dann ein beschilderter Weg zum Bachtelweiher. Die Wanderung vom Engelhaldepark aus, mit Umrundung des Bachtelweihers, beträgt ca. 7 km.

Mit dem Bus gelangt man am besten über die Linie 1 vom ZUM (Busbahnhof) zur Haltestelle Lenzfrieder Str. – Altersheim und beginnt von dort aus den Rundweg. Weitere Informationen zum Bachtelweiher finden Sie hier.

 Das Werdensteiner Moos

 

Auf dem Weg nach Süden, zwischen Kempten und Immenstadt in Höhe Thanners, liegt das Werdensteiner Moos. Nach jahrzehntelanger Arbeit konnte der Bund Naturschutz zusammen mit dem Forstamt Kempten den  Zustand des großflächig trocken gelegten und aufgeforsteten Hochmoores erheblich verbessern. Auf gesicherten Wegen können Sie den Lebensraum Hochmoor entdecken und Infotafeln machen Sie auf Besonderheiten am Wegesrand aufmerksam. Achten Sie auf Ihrer Entdeckungsreise durch das faszinierende Hochmoor besonders auf die kleinen Moorbewohner wie Libellen, Schmetterlinge und Heuschrecken. Vom Aussterben bedrohte Arten wie die Hochmoor-Mosaikjungfer, der Hochmoorgelbling und die Arktische Smaragdlibelle haben im Werdensteiner Moos wieder ein Zuhause gefunden.

Vom Parkplatz Thanners aus können Sie den 3,5 km langen Rundweg (Moorerlehrpfad) durch den südlichen Teil des Werdensteiner Mooses beginnen. Weitere Informationen zum Werdensteiner Moos finden Sie hier.

 Das Felmer Moos

 

Der nächste Etappenpunkt Richtung Süden ist das Felmer Moos bei Immenstadt. Dort betreut die Ortsgruppe Sonthofen seit 1985 ein groß angelegtes Naturschutzprojekt mit herausragendem Erfolg für die Tier- und Pflanzenwelt. Dank der Strukturvielfalt innerhalb des Moores, zeichnet sich das Felmer Moos durch eine Vielzahl von Lebensräumen (Hochmoor; Niedermoor) und somit durch besonderen Artenreichtum aus. In den Lebensräumen Bruchwald, blütenreiche Streuwiesen, Torfmoorschlenken, Tümpel und wasserführende Staubereiche leben zum Beispiel Kreuzottern und Krickenten aber auch stark gefährdete Libellen und Schmetterlinge und seltene Heuschreckenarten. 2009 wurden 3 weitere Grundstücke mit einer Größe von insgesamt 4.05 ha gekauft. Da das Felmer Moos ein reines Schutzgebiet ist, besteht kein Wanderweg durch das Moor. Interessenten können sich an die OG Sonthofen wenden, die immer wieder Führungen anbietet.

Die Renaturierungsmaßnahmen gehen weiter. Wer bei der Wiedervernässung und Entbuschung im Felmer Moos Hand anlegen möchte, kann sich an Alfred Karle-Fendt Tel: 08321/26122 wenden. Weitere Informationen zum Felmer Moos finden Sie hier.

 Das Sannaholz 

 

Nun setzen wir unsere Reise in Richtung Süden fort und verlassen das Illertal mit seinen Moor- und Feuchtstandorten. Unser nächster Halt ist das Sannaholz, ein urtümlicher Bergwald am Rande der Starzlachklamm am Fuße des Grünten, dessen 4,3 ha großes Grundstück der Bund Naturschutz 1996 erwarb. In Trockenbachläufen, auf Bergsturzflächen, entlang eines alpinen Wildflusses, nach Entwaldung durch Sturmschlag und Borkenkäferbefall darf sich der Bergwald ohne menschliche Einflussnahme ungestört entwickeln. Durchwandern Sie im Allgäuer Urwald Sannaholz einen naturnahen, dynamischen Bergwald und erleben Sie Vögel, Insekten, Alpensalamander und Blindschleiche, die von den unterschiedlichen Entwicklungsstadien des Waldes profitieren. Bei unserer Frühjahrswanderung am 1. Mai können sie gemeinsam mit der Kreisgruppe das Sannaholz durchwandern. Weitere Informationen vom zum Sannaholz und dem vom BN durchgeführten Projekt erhalten Sie hier.

 Ökologischer Kurpark Kalvarienberg

 

Nach einer kurzen Etappe liegt unser nächster Stopp in Sonthofen, der ökologische Kurpark Kalvarienberg. Hier wurde vom Bund Naturschutz und der Stadt Sonthofen auf kleinstem Ort eine Vielzahl verschiedener Lebensräume geschaffen. Der Götzfriedweiher ist ein Paradies für Amphibien, Fische und Krebse, Lesesteinmauern und Trockenmauern beheimaten Blindschleichen und Eidechsen, die blütenreichen Hangwiesen, Gebüsche, Bäume und Wälder werden von zahlreichen Vögeln und Insekten bewohnt. Weitere Informationen zum Ökologischen Kurpark Kalvarienberg finden Sie hier.

 Das Kematsrieder Moos

 

Den Endpunkt unserer Reise stellt das Kematsriedmoos bei Oberjoch im südöstlichen Ende des Landkreises dar, wo der Bund Naturschutz im Jahr 2005 ein 6,5 ha großes Hochmoorgrundstück erworben hat. Dieses naturnahe, auf 1150 m Höhe gelegene Grundstück besteht aus einem Mosaik aus Latschenfilz und Offenbereichen sowie vereinzelten Fichtenbeständen. Hochmoorpflanzen wie Moosbeere und Rundblättriger Sonnentau, seltene Tagfalter- und Libellenarten wie Hochmoor-Gelbling und Alpen-Smaragdlibelle sowie verschiedene Heuschrecken und Reptilien sind hier zuhause. Die Renaturierung des Kematsrieder Mooses wird voraussichtlich Ende 2009 abgeschlossen. 

Um ins Kematsrieder Moos zu gelangen, stellen Sie ihr Fahrzeug am Besten auf dem großen Parkplatz direkt neben dem Moor, neben der "Mooshütte" ab oder steigen bei Verwendung der öffentlichen Verkehrsmittel an der Haltestelle P1 aus. Von dort führt Sie eine Unterführung ins Kematsrieder Moos. Für den Moorrundweg,  Lehrpfad mit Informationstafeln, benötigt man zu Fuß ca. 20-30 Minuten. Auf Ihrer Tour auf dem Moorrundweg wandern Sie am Rande des vom BN betreuten Grundstücks entlang. Weitere Informationen zum Kematsrieder Moos finden Sie hier.