Besondere Lebensräume vor Ort

So vielfältig wie die Landschaften des Allgäus, sind auch die Lebensräume vor der Haustür. Mit einer Reise von Kempten in Richtung Süden zu den vom Bund Naturschutz betreuten Grundstücken möchten wir Sie einladen, die Lebensräume vieler heimischer Pflanzen und Tiere zu erforschen.

 

Das Werdensteiner Moos

Auf dem Weg nach Süden, zwischen Kempten und Immenstadt in Höhe Thanners, liegt das Werdensteiner Moos. Nach jahrzehntelanger Arbeit konnte der Bund Naturschutz zusammen mit dem Forstamt Kempten den  Zustand des großflächig trocken gelegten und aufgeforsteten Hochmoores erheblich verbessern. Auf gesicherten Wegen können Sie den Lebensraum Hochmoor entdecken und Infotafeln machen Sie auf Besonderheiten am Wegesrand aufmerksam. Achten Sie auf Ihrer Entdeckungsreise durch das faszinierende Hochmoor besonders auf die kleinen Moorbewohner wie Libellen, Schmetterlinge und Heuschrecken. Vom Aussterben bedrohte Arten wie die Hochmoor-Mosaikjungfer, der Hochmoorgelbling und die Arktische Smaragdlibelle haben im Werdensteiner Moos wieder ein Zuhause gefunden.

Vom Parkplatz Thanners aus können Sie den 3,5 km langen Rundweg (Moorerlehrpfad) durch den südlichen Teil des Werdensteiner Mooses beginnen. Weitere Informationen zum Werdensteiner Moos finden Sie hier.

Das Felmer Moos

Der nächste Etappenpunkt Richtung Süden ist das Felmer Moos bei Immenstadt. Dort betreut die Ortsgruppe Sonthofen seit 1985 ein groß angelegtes Naturschutzprojekt mit herausragendem Erfolg für die Tier- und Pflanzenwelt. Dank der Strukturvielfalt innerhalb des Moores, zeichnet sich das Felmer Moos durch eine Vielzahl von Lebensräumen (Hochmoor; Niedermoor) und somit durch besonderen Artenreichtum aus. In den Lebensräumen Bruchwald, blütenreiche Streuwiesen, Torfmoorschlenken, Tümpel und wasserführende Staubereiche leben zum Beispiel Kreuzottern und Krickenten aber auch stark gefährdete Libellen und Schmetterlinge und seltene Heuschreckenarten. 2009 wurden 3 weitere Grundstücke mit einer Größe von insgesamt 4.05 ha gekauft. Da das Felmer Moos ein reines Schutzgebiet ist, besteht kein Wanderweg durch das Moor. Interessenten können sich an die OG Sonthofen wenden, die immer wieder Führungen anbietet.

Die Renaturierungsmaßnahmen gehen weiter, weitere Maßnahmen sind für 2020/21 geplant. Wer bei der Wiedervernässung und Entbuschung im Felmer Moos Hand anlegen möchte, kann sich an Alfred Karle-Fendt Tel: 08321/26122 wenden. Weitere Informationen zum Felmer Moos finden Sie hier.

Das Sannaholz

Nun setzen wir unsere Reise in Richtung Süden fort und verlassen das Illertal mit seinen Moor- und Feuchtstandorten. Unser nächster Halt ist das Sannaholz, ein urtümlicher Bergwald am Rande der Starzlachklamm am Fuße des Grünten, dessen 4,3 ha großes Grundstück der Bund Naturschutz 1996 erwarb. In Trockenbachläufen, auf Bergsturzflächen, entlang eines alpinen Wildflusses, nach Entwaldung durch Sturmschlag und Borkenkäferbefall darf sich der Bergwald ohne menschliche Einflussnahme ungestört entwickeln. Durchwandern Sie im Allgäuer Urwald Sannaholz einen naturnahen, dynamischen Bergwald und erleben Sie Vögel, Insekten, Alpensalamander und Blindschleiche, die von den unterschiedlichen Entwicklungsstadien des Waldes profitieren. Bei unserer Frühjahrswanderung am 1. Mai können sie gemeinsam mit der Kreisgruppe das Sannaholz durchwandern. Weitere Informationen vom zum Sannaholz und dem vom BN durchgeführten Projekt erhalten Sie hier.

Ökologischer Kurpark Kalvarienberg

Nach einer kurzen Etappe liegt unser nächster Stopp in Sonthofen, der ökologische Kurpark Kalvarienberg. Hier wurde vom Bund Naturschutz und der Stadt Sonthofen auf kleinstem Ort eine Vielzahl verschiedener Lebensräume geschaffen. Der Götzfriedweiher ist ein Paradies für Amphibien, Fische und Krebse, Lesesteinmauern und Trockenmauern beheimaten Blindschleichen und Eidechsen, die blütenreichen Hangwiesen, Gebüsche, Bäume und Wälder werden von zahlreichen Vögeln und Insekten bewohnt. Weitere Informationen zum Ökologischen Kurpark Kalvarienberg finden Sie hier.

Das Kematsrieder Moos

Den Endpunkt unserer Reise stellt das Kematsriedmoos bei Oberjoch im südöstlichen Ende des Landkreises dar, wo der Bund Naturschutz im Jahr 2005 ein 6,5 ha großes Hochmoorgrundstück erworben hat. Dieses naturnahe, auf 1150 m Höhe gelegene Grundstück besteht aus einem Mosaik aus Latschenfilz und Offenbereichen sowie vereinzelten Fichtenbeständen. Hochmoorpflanzen wie Moosbeere und Rundblättriger Sonnentau, seltene Tagfalter- und Libellenarten wie Hochmoor-Gelbling und Alpen-Smaragdlibelle sowie verschiedene Heuschrecken und Reptilien sind hier zuhause. Die Renaturierung des Kematsrieder Mooses ist aktuell noch nicht abgeschlossen, weitere Maßnahmen sind für 2020/21 geplant.

Um ins Kematsrieder Moos zu gelangen, stellen Sie ihr Fahrzeug am Besten auf dem großen Parkplatz direkt neben dem Moor, neben der "Mooshütte" ab oder steigen bei Verwendung der öffentlichen Verkehrsmittel an der Haltestelle P1 aus. Von dort führt Sie eine Unterführung ins Kematsrieder Moos. Für den Moorrundweg,  Lehrpfad mit Informationstafeln, benötigt man zu Fuß ca. 20-30 Minuten. Auf Ihrer Tour auf dem Moorrundweg wandern Sie am Rande des vom BN betreuten Grundstücks entlang. Weitere Informationen zum Kematsrieder Moos finden Sie hier.