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Kempten Muss Handeln - Aktion zum Klimaplan 2035

"Kempten muss handeln" übergibt Unterschriften an den Oberbürgermeister und fordert unmittelbare Umsetzung des "Klimaplans 2035"

26.01.2022

Pressemitteilung:
 

Kempten muss handeln“ übergibt Unterschriften an OB und fordert unmittelbare Umsetzung des „Klimaplans 2035“

Die Initiative „Kempten muss handeln“ feiert ihr zweijähriges Jubiläum. Zu diesem Anlass übergab das Bündnis am 25. Januar 2022 seine Forderungen mitsamt den Unterschriften der Unterstützer an Kemptens Oberbürgermeister Thomas Kiechle. „Wir begrüßen die Entscheidung des Stadtrats für den Klimaplan 2035 sehr“, so Gesine Weiß vom „Freundeskreis Lebenswertes Kempten“. Kritisch sieht die Gruppe, dass Kempten bereits jetzt bei seinen Klimazielen deutlich hinterherhinke. „Konzepte alleine reichen nicht aus. Das Papier muss auch schnell und engagiert in Maßnahmen umgesetzt werden,“ mahnte Marion Würth, Gründungsmitglied der Initiative „Kempten muss handeln“.

„Kempten muss handeln“ ist eine Initiative des „Freundeskreis Lebenswertes Kempten“, in der sich Kemptener Bürger, Organisationen, Unternehmen, Arztpraxen u.v.m. zusammengeschlossen haben, um Kemptens Anteil an den Pariser Klimazielen zu erreichen. Zu den Bündnispartnern gehören z.B. Scientists for Future, der BUND Naturschutz, der ADFC, Fridays for Future, Parents for Future, Omas for Future, der LBV, Greenpeace, die IG Für, der AK Öko der Hochschule Kempten und verschiedene Kirchengemeinden.

Um den Forderungen Nachdruck zu verleihen, projizierte die Gruppe eine 12 Meter breite „Climate Clock“ an die Front des Rathauses. Diese „Klima-Uhr“ beruht auf der Berechnung des UN-Weltklimarates (IPCC), wie viel CO2 wir weltweit noch ausstoßen dürfen, um das Pariser 1,5°-Ziel möglichst einzuhalten. „Die Uhr zeigt an, wann das CO2-Budget aufgebraucht ist, wenn wir so weitermachen wie bisher. Das ist ungefähr im Jahr 2030. Ab diesem Zeitpunkt müssten wir theoretisch auf einen Schlag klimaneutral sein, um die Erwärmung auf 1,5°C zu begrenzen“, erklärte „Scientist For Future“-Vertreter Dr. Martin Mühlegger. In seiner eindrücklichen Rede zeigte er auf, „dass das Ziel nur noch mit sehr ambitionierten Maßnahmen erreichbar ist, und dass wir mit diesen JETZT beginnen müssen.“ Mit der Überreichung des Buches „Klimalösung – Machste dreckig, machste sauber“ verband Julia Wehnert vom BUND Naturschutz Kempten-Oberallgäu die Hoffnung, dass eine tägliche Abendlektüre die Klimaziele der Stadt Kempten nicht nur ein Traum bleiben, sondern kraftvoll in die Tat umgesetzt werden.

Abschließend bot die Gruppe an, die Stadt bei der Öffentlichkeitsarbeit zu unterstützen und bei den Kemptener Bürgern für die Umsetzung der städtischen Klimaschutzmaßnahmen zu werben.

 

Die wichtigsten Forderungen (nachzulesen auf der Website kempten-muss-handeln.de) lauten:

  1. Umsetzung des Mobilitätskonzeptes 2030 zur Verkehrsreduktion und massiver Ausbau der Radverkehrsinfrastruktur – mit breiten, geschützten Radwegen und einem durchgängigen Radwegenetz
  2. Ausgedehnte autofreie Bereiche in der Innenstadt, spätestens ab 2025
  3. Deutliche Verbesserung des ÖPNV in Stadt und Umland: Emissionsfreier 15-Minuten-Takt und täglicher Betrieb von 6–24 Uhr, spätestens  ab 2025 
  4. Realisierung der Regionalbahn Allgäu von Oberstdorf nach Kempten 
  5. Neubauvorhaben nur noch im Plusenergie-Standard mit nachhaltigen Baustoffen
  6. Photovoltaik-Anlagen auf allen geeigneten Dächern im Stadtgebiet
  7. Flächenneutralität spätestens ab 2023 und Beschränkung der Flächenversiegelung
  8. Erhöhung  der Biodiversität durch systematische Schaffung von Biotopverbundlinien, Baum- und Heckenpflanzungen sowie Dach- und Fassadenbegrünung im Stadtbereich
  9. Ausstieg aus der Beteiligung am Allgäu Airport
  10. Verkauf der AÜW-Beteiligung am Trianel Kohlekraftwerk Lünen